Neun Faktoren machen 90 Prozent des Herzinfarkt-Risikos aus
80 Prozent weniger Risiken durch Lebensstil-Änderungen
München (30. August 2004) - Neun Faktoren verursachen 90 Prozent des
Herzinfarkt-Risikos. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler beim
Europäischen Kardiologenkongress ESC, der in München stattfand.
Die internationale Studie INTERHEART mit 30.000 Teilnehmern zeigt, dass bis
zu 90 Prozent des Herzinfarkt-Risikos mit Hilfe von neun leicht messbaren
Faktoren vorhersagbar sind. Am gefährlichsten ist, so die Experten:
Zigarettenrauchen und ein ungünstiges Verhältnis bestimmter Blutfette.
Die
Studienergebnis deuten darauf hin, dass dies praktisch für alle Regionen der
Welt, für alle ethnischen Gruppen und in gleicher Weise für Frauen und
Männern gilt. Lebensstil-Änderungen, vor allem das Aufhören vom Rauchen,
gesündere Ernährung und mehr Bewegung können zu einer 80prozentigen
Verringerung des Herzinfarkt-Risikos führen.
"Die Studie zeigt, dass die beiden wichtigsten Risikofaktoren für einen
Herzinfarkt Zigarettenrauchen und ein ungünstiges Verhältnis von Blutfetten
sind, die zusammen die Prognose von zwei Drittel aller Herzinfarkten
ermöglichen", so Studienkoordinator Salim Yusuf von der kanadischen McMaster
University. "Zusätzliche Risikofaktoren sind weiters hoher Blutdruck,
Diabetes, Bauchfett, Stress, fehlender täglicher Konsum von Obst und Gemüse
und fehlende tägliche Bewegung", führt der Experte aus. Die Wissenschaftler
räumen auch ein, dass der regelmäßige Konsum geringer Alkoholmengen eine
gewisse Schutzwirkung habe.
Da sich weltweit anhand der neun Faktoren das Herzinfarkt-Risiko vorhersagen
lässt, sei eine Vorbeugung kardiovaskulärer Krankheiten sehr einfach und
könne weltweit fast gleichlautend sein, meint Yusuf. "Das ist bemerkenswert
und wird unsere Auffassung von einer Herzinfarkt-Prävention verändern. Es
bedeutet, dass wir in der Lage sein sollten, die Mehrheit der Herzinfarkte
in jüngeren Jahren zu verhindern", meint der Fachmann. Die Studie zeige
nachdrücklich, dass das Risiko, das durch Tabakgenus verursacht wird,
unabhängig von der Anwendungsart bei Jüngeren noch höher ist als bei
Älteren.
Die INTERHEART-Studie wurde in 52 Ländern durchgeführt und sorgte unter
Herz-Spezialisten für großes Aufsehen. Sie wird am 11. September im
Fachjournal The Lancet veröffentlicht. (pte/ww)
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