Schlüssel für die Nikotinabhängigkeit gefunden
Neue Medikamente wirken auf Hirnrezeptoren
Pasadena, Kalifornien (5. November 2004) - Forscher vom
California Institute of Technology haben bei Mäusen Hirnrezeptoren
identifiziert, die scheinbar die Nikotinabhängigkeit kontrollieren. Sie
hoffen, dass ihre Erkenntnisse dabei helfen, Medikamente zu entwickeln, die
Rauchern beim Aufhören helfen. Das berichtet die
BBC.
Die Wissenschaftler glauben, dass Nikotin-Acetylcholin-Rezeptoren, die auf
der Oberfläche von Hirnzellen gefunden wurden, der Schlüssel sind. Eine
bestimmte Variante des Rezeptors erhöht die Anfälligkeit für Nikotin. Die
Rezeptoren können aus verschiedenen Kombinationen von Untereinheiten
zusammengesetzt sein. Das Team aus Kalifornien entdeckte, dass Mäuse mit
einer Mutation der "alpha4"-Untereinheit ungewöhnlich sensibel für die
Effekte von Nikotin waren. Im Vergleich zu normalen Neuronen reagierten die
mutierten Neuronen auf niedrigere Konzentrationen von Nikotin, und nach
dieser Aussetzung reagierten sie robuster auf höhere Dosen. Verhaltenstests
zeigten, dass mutierte Mäuse im Vergleich zu normalen Mäusen schon bei
niedrigeren Dosen Zeichen der Abhängigkeit zeigten.
Robert West von Cancer Research UK sagte: "Diese Studie ist nützlich bei der
Entwicklung von Medikamenten, die lediglich auf jene Rezeptoren abzielen,
die an der Nikotinabhängigkeit beteiligt sind, und so unerwünschte
Nebenwirkungen minimieren." West gab an, Pfizer führe bereits klinische
Versuche mit dem Präparat Varenicline durch, das sich angeblich auf genau
diesen Rezeptor konzentriert. Weiters wurde in der aktuellen Studie
hervorgehoben, dass die Nikotinabhängigkeit von Generation zu Generation
weitergegeben wird. "Tatsächlich wird die Erblichkeit der
Nikotinabhängigkeit auf etwa 50 Prozent geschätzt, ähnliche Daten gibt es
für die Alkoholsucht", so West. (pte/mg)
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