Schlag gegen Immunsystem bei Rheuma
B-Zellen werden lahmgelegt - Linderung tritt ein
Würzburg (4. November 2004) - Wissenschaftler der
Julius-Maximilians-Universität Würzburg haben eine neue Therapie gegen
Rheuma entwickelt: Die B-Zell-Depletion, das bedeutet Infusionen mit
Antikörpern, bewirkt, dass fast alle B-Zellen des Immunsystems zerstört
werden. Die Entzündung geht daraufhin zurück.
Bei Rheuma greift nämlich das Immunsystem den eigenen Körper an. Bei
Arthritis werden überwiegend die Gelenke attackiert, Entzündungen und
Schmerzen sind die Folgen. Diese können zu schmerzhaften Rheumaknoten
führen. Sechs bis acht Wochen nach der Infusionsbehandlung mit den so
genannten anti-CD20-Antikörpern verbessert sich die Krankheit deutlich. Nach
Angaben der Wissenschaftler gehen die Entzündungen zurück und die Schmerzen
hören auf.
"Diese Methode schlägt bei 60 bis 70 Prozent der Patienten an", erklärt
Hans-Peter Tony von der Medizinischen Poliklinik, Sprecher des
Rheumazentrums Würzburg/Bad Brückenau. Die Verträglichkeit der Therapie sei
außerdem sehr gut. Bis zu neun Wochen nach der Behandlung bleiben die
Patienten schmerzfrei. Dann lässt die Wirkung nach, die Antikörper müssen
erneut verabreicht werden. Nach Angaben von Tony wurden manche der Patienten
bereits drei Mal hintereinander behandelt. Länger dauernde Erfahrungen gebe
es bisher jedoch nicht.
Der größte Vorteil dieser Therapie ist, dass die Patienten nicht permanent
Medikamente einnehmen müssen. Bei der B-Zell-Depletion gehe es darum, die
Krankheit längerfristig zu kontrollieren, meint Tony. Der Mediziner sieht
auch gute Perspektiven, dass sich diese Wirksamkeit der Behandlung
möglicherweise immer mehr verlängern lässt. Auch eine Kombination mit
anderen Therapien könnte weitere Verbesserungen bringen. (pte/ww)
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