Herzpumpe ohne Operation eingesetzt
Revolutionäre Behandlung von koronaren Krankheiten
London (4. November 2004) - In Großbritannien ist einem Patient erstmals
eine künstliche Herzpumpe ohne chirurgischen Eingriff eingesetzt worden.
Ärzte am
Hammersmith Hospital in London haben ihm das kleinste Herz-Support-System
der Welt, ein vier Millimeter breites Gerät, eingepflanzt. Es wurde in eine
Arterie in der Leistengegend eingeführt und hinauf zum Herz fortbewegt. Das
berichtet die
BBC.
Die Pumpe, die einen Tag später wieder entfernt wurde, unterstützte das Herz
des Patienten in den kritischen Stunden nach einer aorto-koronaren
Bypass-Operation. Das Gerät weckt die Hoffnung von Patienten, denen der
Befund gestellt worden ist, sie seien zu krank für einen Eingriff. Das
kleine Gerät bietet vorübergehende Unterstützung für den Herzmuskel in der
kritischen Periode nach einem Herzinfarkt oder einer Operation. Der
Herzchirurg Peter Smith vom Hammersmith Hospital sagte, der Patient hatte
eine stenosierende Koronarsklerose und mindestens zwei Herzinfarkte. Ohne
einen Eingriff wären seine Aussichten erbärmlich gewesen. "Die neue
Pump-Technologie, die ohne invasive Chirurgie ins Herz eingesetzt werden
kann, wird unseren Umgang mit Herzleiden revolutionieren", erklärt Smith.
Der Chirurg begeistert sich für die Leichtigkeit in der Anwendung, die es
ihm erlaubt, auch solche Patienten zu behandeln, deren Herz so krank oder
geschädigt ist, dass eine Operation nicht in Frage kommt.
Das Gerät, das als Impella Recover bezeichnet wird, sitzt in der linken
Herzkammer. Trotz seiner minimalen Größe kann es jede Minute bis zu 2,5
Liter Blut pumpen. Nach der Einführung über ein kleines Loch in der Arterie
in der Leistengegend wird es mit Hilfsdrähten zum Herzen fortbewegt, bis es
richtig sitzt. Die passende Platzierung kann durch eine Röntgenaufnahme
überprüft werden. "Diese Geräte werden zunehmend kosteneffektiv, vor allem
im Vergleich zu wiederholten chirurgischen Eingriffen oder Transplantationen
und dem damit verbundenen langen Krankenhausaufenthalt", freut sich Smith. (pte/mg)
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