Allergien erhöhen Blutkrebsrisiko bei Erwachsenen
Heuschnupfen hat keinen Einfluss auf Krebsrisiko
Stockholm (4. November 2004) - Einige allergische Erkrankungen können das
Risiko von Blutkrebs bei Erwachsenen erhöhen. Zu diesem Ergebnis ist eine
Studie des
Karolinska Institutet gekommen. Menschen mit Nesselausschlag verfügten über
ein erhöhtes Leukämierisiko. Betroffene, die als Kind unter Ekzemen gelitten
hatten, waren gefährdeter an einem Non-Hodgin-Lymphom zu erkranken. Andere
allergische Erkrankungen wie Heuschnupfen schienen das Krebsrisiko nicht zu
erhöhen. Die Ergebnisse der Studie wurden in
BMC Public Health veröffentlicht. Britische Wissenschafter wie Hazel Nunn
von
Cancer Research UK haben laut BBC die allgemeine Gültigkeit dieser
Forschungsergebnisse in Frage gestellt.
Die Wissenschafter begleiteten 16.539 Zwillinge für die Dauer von 31 Jahren
und zeichneten auf, ob es in diesem Zeitraum zu einer Blutkrebsdiagnose kam.
Alle Teilnehmer hatten einen Fragebogen beantwortet, der 1967 über die
Swedish Twin Registry verteilt wurde und der Fragen über Allergien
beinhaltete. Die Wissenschafterin Karin Söderberg erklärte, dass eine Stärke
der Studie darin bestehe, dass die Daten über Allergien vor der Entstehung
einer etwaigen Krebserkrankung gesammelt wurden. Entscheidend sei die
chronische Stimulierung des Immunsystems, die durch allergische Erkrankungen
hervorgerufen werde. Sie führe zur Bildung von größeren Mengen weißer
Blutkörperchen und damit zur Erhöhung des Risikos von krebserregenden
Mutationen.
Einige Wissenschafter gehen davon aus, dass Allergien einen Schutz gegen
Krebs bieten können. Dieser Schutz soll durch die Verbesserung der Fähigkeit
des Immunsystems bösartige Zellen zu entdecken und zu zerstören ermöglicht
werden. Die schwedischen Forscher argumentieren, dass ihre Ergebnisse diese
Hypothese nicht bestätigten. Sie betonen, dass obwohl Ekzeme in der Kindheit
das Risiko eines Non-Hodgin-Lymphoms etwa verdoppelten, die
Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung noch immer gering sei. (pte/mm)
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