Bluthochdruck erhöht Sterberisiko für Diabetiker
Übergewicht nimmt kaum Einfluss auf den Krankheitsverlauf
Jena (4. November 2004) - Aktuelle Untersuchungen der
Friedrich-Schiller-Universität Jena haben ergeben, dass bei
Diabetespatienten eine Gewichtsreduktion das Sterberisiko nicht vermindert.
Dafür verhindert eine Absenkung eines erhöhten Blutdrucks um 10 mm bei
Zuckerkranken nicht nur die Zahl der Herzinfarkte und Schlaganfälle, sondern
in 24 Prozent der Fälle auch frühzeitigen Tod. Ebenso kann damit
diabetestypischen Folgeerkrankungen wie Augen- und Nierenschäden vorgebeugt
werden. Ulrich Alfons Müller, Experte für Diabetes am Universitätsklinikum
Jena, erklärt, dass das Ziel seiner Arbeitsgruppe in der Sicherung des
langfristigen Überlebens liegt, also ohne Schlaganfall alt zu werden.
Langzeitstudien sind zu dem Schluss gekommen, dass eine langfristige
Übergewichtsreduktion selten ist und kaum Einfluss auf die Gesundheit hat.
"Zudem kann durch einen Gewichtsverlust zwar der Ausbruch des Typ 2 Diabetes
um drei Jahre verzögert werden", führt Müller aus, "doch der Blutdruck kann
dadurch nur minimal abgesenkt werden." Fast 90 Prozent der Patienten mit Typ
2 Diabetes haben auch einen zu hohen Blutdruck.
Die Hypertonie (Bluthochdruck) führt zu lebensverkürzenden Veränderungen des
Herzens und der Gefäße: Herzinfarkte, Aneurysmen und 70 Prozent der
Schlaganfälle sind auf erhöhten Blutdruck zurückzuführen. Auch die
Nierenfunktion kann beeinträchtigt werden. "Anhand der aktuellen
Forschungsergebnisse wird deutlich, dass auch bei Diabetespatienten die
Blutdrucksenkung unsere wichtigste Aufgabe ist." (pte/mg)
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