Zinkmangel: Ein verkanntes Problem im Alter
Aktuelles aus der Praxis der Ernährungsberatung
Aachen
(9. November 2004) - Besonders Senioren sind für einen Zinkmangel anfällig,
berichtet heute Diplom Oecotrophologin Judith Bünker von der Gesellschaft
für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. in Bad Aachen. Im fortgeschrittenen
Alter liegt häufig eine verminderte Aufnahmefähigkeit für lebensnotwendige
Nahrungsinhaltsstoffe wie Zink vor.
Ursachen haben oft ganz natürliche Gründe
Die Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten mit einer einseitigen,
fleischarmen Ernährungsweise, die sich durch Schwierigkeiten beim Kauen und
Schlucken ergeben, tragen ihr übriges dazu bei, erklärt der
Gesellschaftssprecher Sven-David Müller-Nothmann. Die Folge ist eine
Unterversorgung mit Zink, die einen Teufelskreis in Gang setzt: Der
Zinkmangel löst einen Appetitmangel und Geschmacksstörungen aus was wiederum
eine Verschlechterung des Ernährungszustandes nach sich zieht. Weitere
Folgen einer defizitären Zinkzufuhr sind eine geschwächte Immunabwehr mit
einer erhöhten Infektanfälligkeit, Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme
sowie eine verlangsamte Wundheilung.
Was sind die Symptome einer Unterversorgung?
Die Symptome einer Unterversorgung mit Zink ähneln denen einer
Altersdemenz, was häufig zur Fehlinterpretation führt, so dass der
Zinkmangel häufig unentdeckt bleibt. Auch ein Bezug zur Alzheimerkrankheit
stellten Wissenschaftler fest. Die regelmäßige Einnahme von Zink verzögert
den Verlauf dieser Erkrankung. Senioren, die an einem Zinkdefizit leiden,
sind öfter krank. Patienten mit geringen Zinkkonzentrationen im Blut
(kleiner 10,7 Mikromol pro Liter) erkranken häufiger an Atemwegsinfekten,
Herzversagen, Magen- und Darm-Erkrankungen und Depressionen als Patienten
mit einem normalen Zinkstatus, dieses ergab eine belgische Studie.
Wie
können Sie Zinkmangel vorbeugen?
Das lebenswichtige Spurenelement Zink ist Bestandteil von über 200
Enzymen mit einer Vielzahl von wichtigen Wirkungen im Organismus. Da der
Körper praktisch keine Zinkspeicher, die er bei einer Mangelversorgung
mobilisieren könnte, enthält, ist eine kontinuierliche Zufuhr erforderlich.
(Rind-) Fleisch ist eine der wichtigsten natürlichen Zinkquellen. Im
Gegensatz zu pflanzlichen Lebensmitteln, in denen Zink in einem schlecht
resorbierbaren Komplex vorliegt, ist es aus Fleisch besonders gut
bioverfügbar weil es die Aminosäuren Cystein und Histidin enthält. Deshalb
stellt Fleisch eine wesentliche Quelle zur Deckung des täglichen Bedarfs
dar. Da besonders im Alter Zink ein kritischer Nahrungsinhaltsstoff ist,
dessen Zufuhr mit der oft einseitigen Ernährungsweise nicht gewährleistet
wird, kann eine Nahrungsergänzung erforderlich sein, so Bünker abschließend.
(dt)
 |
Weitere Informationen |
|
|
|
 |
|