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Freitag, 9. Mai 2008

 
 

 

Asthma

Das Leben ohne genügend Sauerstoff

 

Was ist Asthma?

Der Begriff Asthma kommt aus dem Griechischen und bedeutet eine anfallsweise auftretende Atemnot. Asthma ist eine chronische Erkrankung der Bronchien.

Die Bronchien sind die Luftwege der Lunge, die sich immer weiter verzweigen, bis sie in den Lungenbläschen münden. Durch die feine Verästelung der Bronchien und der noch kleineren Bronchialen und die zahllosen Lungenbläschen erhält die Lunge eine riesige Oberfläche, die für den Gasaustausch bei der Atmung Voraussetzung ist. Die Bronchien sind mit Zellen ausgekleidet, die einen schützenden Schleim bilden. Andere Zellen der Bronchialwand sind mit Flimmerhärchen bestückt, die mit schlagenden Bewegungen Fremdkörper aus der Lunge befördern.

Beim Asthmakranken ist das Bronchialsystem extrem reizbar. Durch bestimmte Auslöser geschieht es, dass die Muskulatur der Bronchien sich verkrampft und die Schleimzellen einen klaren, zähen Schleim produzieren. Die Bronchien verengen sich, der Widerstand beim Atmen nimmt drastisch zu, es entstehen charakteristische Atemgeräusche, das Giemen, man spricht vom Asthmaanfall. Durch den erhöhten Widerstand wird die Atemluft mit großer Kraft eingesogen. Die erzwungene Einatmung führt zu einer Überblähung der Lungenbläschen. Durch diese Überblähung ist das Atemholen irgendwann unmöglich.
Das Leitsymptom eines Asthmaanfalles ist eine schwere Atemnot mit erschwertem Ausatmen. Es kommt zu Hustenanfällen mit Auswurf von zähem Schleim. Angstgefühle stellen sich ein und können die Symptomatik verschlimmern.

Abb. 1: Durch die Bronchien atmet der Mensch. Bei einem Asthmaanfall (Bild unten) verengt sich die Bronchialmuskulatur (2) und die Zellen der Bronchienwand sondern zähflüssigen Schleim (5) ab.

Die Neigung des Bronchialsystems zu Asthmaanfällen bezeichnet man als Asthmakrankheit. Für den Asthmaanfall gibt es eine Reihe von Auslösern. Gesichert ist eine allergische Komponente bei vielen, aber keineswegs allen Erkrankungen. Die wichtigsten Allergene die Asthma auslösen, sind Hausstaubmilben, Katzen- und Hundehaare sowie Pollen und Schimmelpilzsporen. An der Krankheitsentstehung können auch Gene (Vererbung der Eltern) oder Umwelteinflüsse (Schadstoffe in der Luft, Tabakrauch) beteiligt sein. Ebenso kann Asthma als Folge einer Nebenhöhlenentzündung entstehen. Diese Form wird als Infektasthma bezeichnet. Die Verengung der Bronchien kann aber auch durch eine Überanstrengung ausgelöst werden. Begünstigt wird das Anstrengungsasthma durch kalte, trockene Luft. Besonders Kinder neigen dazu.
Es besteht die Meinung, daß Asthma psychisch bedingt sein kann. Sicher ist, daß psychische Faktoren einen Asthmaanfall begünstigen, aber sicher nicht allein auslösen können.
Eine Sonderform des Asthmas ist das Herzasthma (Asthma cardiale), das bei unzureichender Pumpleistung des Herzens (Herzschwäche) besonders nachts auftritt.
Weil ein Asthmaanfall mit Erstickungsangst einhergeht, treibt allein schon die Art der Beschwerden den Patienten zum Arzt. Der Arzt wird mit einer Reihe von Fragen klären wollen, welche Auslöser für den Asthmaanfall in Frage kommen. Hier ist er auf Ihre Mithilfe angewiesen.


Was der Arzt tun kann:

Hat der Arzt bei der Befragung Hinweise auf eine Allergie gefunden, so wird er diesem Verdacht mit einem Allergietest auf den Grund gehen. Nach der Suche einer möglichen Ursache versucht der Arzt festzustellen, wie stark die Lunge schon geschädigt ist und wieviel sie von ihrer Funktion bewahrt hat. Zu diesem Zweck führt der Arzt einen Lungenfunktionstest durch. Zur Selbstkontrolle eignet sich das Peak-flow-Meter, das den maximalen Luftstrom während des Ausatmens mißt. Den Normalwert teilt Ihnen der Arzt bei der Untersuchung mit. Durch die tägliche Messung kann der Patient die Therapie kontrollieren. Man kann eine Atemnot im Vorfeld durch ein Absinken des Peak-flows erkennen und durch eine Inhalation abwenden. Durch den Peak-flow-Wert und die Häufigkeit der Beschwerden wird die Asthmaerkrankung in verschiedene Stufen eingeteilt, die verschiedene Behandlung erfordern.

 

Für die Therapie des Bronchialasthmas werden sechs Wirkstoffgruppen eingesetzt.
Beta-Mimetika Kurz wirksam: z.B. Salbutamol, Fenoterol, Terbutalin
  Lang wirksam: z.B. Salmeterol, Formoterol
Methylxanthine z.B. Theophyllin
Anticholinergika z.B. Ipratropiumbromid, Oxitropiumbromid
Corticoide z.B. Beclomethason, Fluticason, Budesonid
Leukotrien-Antagonisten z.B. Montelukast
Zellschutztherapeutika z.B. Cromoglicinsäure bzw.DNCG (=Dinatriumsalz der Cromoglicinsäure)

 

Zusätzlich zur Dauermedikation brauchen Sie ein kurzwirkendes Mittel zur Inhalation bei akuten Asthmabeschwerden, ein sogenanntes Beta-Mimetikum. Dieses Mittel löst den Krampf der Bronchialmuskulatur und wirkt bronchienerweiternd. Theophyllin wirkt gleichfalls bronchienerweiternd und zusätzlich entzündungswidrig. Anticholinergika erweitern ebenfalls die Bronchien allerdings tritt ihre Wirkung später als die der Beta-Mimetika ein. Corticoide sind Substanzen, die in ihrer Wirkung dem Kortison vergleichbar sind, sie wirken entzündungshemmend. Leukotrien-Antagonisten verhindern eine Verkrampfung der Bronchien und wirken auch antientzündlich. Cromoglicinsäure ist ein Stoff, der in allergische Prozesse eingreift. Cromoglicinsäure wirkt stabilisierend auf die Mastzellen und wird deshalb bei allergischem Asthma vorbeugend oder als Zusatzmedikation eingesetzt.

 
Anwendung des Inhalationssprays.
Die richtige Anwendung eines Inhalationssprays will gelernt sein. Nur so ist im Falle eines Falles sichergestellt, dass Sie ihn richtig bedienen.  (Bild: abda)

Gegen den akuten Anfall wirkt die Anwendung eines Inhalationssprays

Das Inhalationsspray sollten Sie immer bei sich tragen. Bewahren Sie das Dosieraerosol immer mit aufgesetzter Verschlusskappe auf. Sonst sammelt sich Staub in der Düse, der bei der nächsten Anwendung in Ihre Lungen geblasen wird. Vor der Erstanwendung ist das Dosierventil ein- bis zweimal ohne Inhalation zu betätigen, um es mit Arzneistoff zu füllen.


 

Weil die Technik der Inhalation nicht ganz einfach ist,
wollen wir diesen Punkt hier genauer erklären:
 
Das Inhalationsspray sollten Sie immer bei sich tragen.
Bewahren Sie das Dosieraerosol immer mit aufgesetzter Verschlusskappe auf. Sonst sammelt sich Staub in der Düse, der bei der nächsten Anwendung in Ihre Lungen geblasen wird.
Vor der Erstanwendung ist das Dosierventil ein- bis zweimal ohne Inhalation zu betätigen, um es mit Arzneistoff zu füllen.

 Weil die Technik der Inhalation nicht ganz einfach ist, wollen wir diesen Punkt hier genauer erklären:

Anwendung von Dosieraerosolen
 

Verschlusskappe abnehmen
Dosieraerosol zwischen Daumen (Mundstück) und Zeigefinger (Druckbehältnis) halten
vor der Anwendung das Dosieraerosol kräftig schütteln, um den Wirkstoff im Treibmittel zu verteilen
das Aerosol so an den Mund setzen, dass das Druckbehältnis nach oben zeigt.
das Mundstück mit den Lippen umschließen
tief ausatmen
durch den Mund langsam einatmen und gleichzeitig den Sprühstoß durch Drücken des Druckbehältnisses auslösen
den Atem ca. 10 Sekunden anhalten, damit der Wirkstoff sich auf der Lunge niederschlagen kann
Dosieraerosol absetzen
langsam und möglichst über die Nase ausatmen
werden zwei Sprühstöße ärztlich verordnet, wird der zweite Sprühstoß frühestens 30 Sekunden nach dem ersten Sprühstoß verabreicht
Verschlusskappe wieder aufsetzen
Nach mehrmaliger Anwendung das Mundstück ohne Druckbehältnis mit warmen Wasser reinigen und sorgfältig trocknen.



Abb. 2: Vier Schritte der Aerosol-Anwendung: 1. Verschluss abnehmen; 2. Schütteln; 3. Gleichzeitig den Sprühstoß auslösen und durch den Mund einatmen. 4. Nach der Anwendung den Verschluss wieder aufsetzen.



Um dies alles richtig zu machen, kann, besonders in der Belastung einer Atemnot, eine schwierige Koordinationsübung bedeuten. Wenn Sie also nicht zurecht kommen, mit dem gleichzeitigen Einatmen und dem Auslösen des Sprühstoßes, so sollten Sie mit Ihrem Arzt über eine Inhalationshilfe sprechen. Diese Inhalierhilfen (Spacer) ermöglichen es, das Auslösen des Aerosols und die Inhalation nacheinander durchzuführen.
Wenn Ihr Asthmaleiden mit kortisonähnlichen Stoffen behandelt wird, dann sollten Sie in jedem Fall eine Inhalierhilfe bekommen und zusätzlich nach der Anwendung des Sprays die Zähne putzen, etwas essen oder den Mund ausspülen, damit das Kortison vollständig aus der Mundhöhle entfernt wird. Kleine Kortisonreste in der Mundhöhle können das Entstehen einer Pilzinfektion begünstigen. Vor dem Verschlucken eines Teils der Wirksubstanz brauchen Sie keine Angst zu haben, weil die heute zur Inhalation verwendeten kortisonähnlichen Wirkstoffe nicht in den Körper aufgenommen oder im Verdauungstrakt schnell inaktiviert werden.
 

Abb. 3: Inhalation mit Spacer

Eine Inhalierhilfe (Spacer) ist ein transparentes Plastikrohr, ca. 30cm lang und hat an beiden Enden eine Öffnung. Durch die eine Öffnung wird der Sprühstoß in die Kammer gegeben und durch die andere Öffnung wird der fein vernebelte Arzneistoff inhaliert. Ein Spacer ermöglicht es die Auslösung des Sprühstoßes und die Inhalation nacheinander durchzuführen.

Erleichtert wird die Inhalation auch durch einen sogenannten Autohaler. Dieser besitzt einen Mechanismus, bei dem der Sprühstoß nicht durch Druck auf den Druckbehälter ausgelöst wird, sondern durch das Einatmen des Patienten. Dies bedeutet, dass der Sprühstoß automatisch immer im richtigen Moment, nämlich zu Beginn der Einatmungsphase ausgelöst wird, so dass keine Koordinationsfehler wie beim Dosieraerosol auftreten.
Ebenso wie bei dem Autohaler wird bei den Pulverinhalatoren die Arzneistoffdosis durch den Einatmungssog des Patienten verabreicht.
Zu den Pulverinhalatoren gehören z.B. Turbohaler, Easyhaler, Diskus, Diskhaler oder Spinhaler.






Was Sie selbst tun können

Trainieren Sie Ihre Atemmuskulatur mit speziellen Atemübungen. Bücher über Asthma enthalten detaillierte Anleitungen, es gibt auch Kurse an der Volkshochschule zu diesem Thema. Auch Kurse in Yoga und autogenem Training können für Asthmatiker hilfreich sein.

Nicht nur der Patient, auch seine Umgebung ist von der Krankheit betroffen. Familienangehörige von Asthmapatienten sollten auf jeden Fall das Rauchen aufgeben. Die wichtigste Maßnahme beim allergischen Asthma ist das möglichst konsequente Meiden des auslösenden Allergens. Dieses ist bei der Tierhaarallergie noch relativ einfach, wird aber bei der Hausstaubmilbenallergie schon wesentlich schwerer. Patienten die auf Hausstaubmilben überreagieren, sollten auf alle Staubfänger wie z.B. Teppiche, Vorhänge etc. verzichten.

Vor allem im Umgang mit asthmakranken Kindern muss man die Balance zwischen Rücksichtnahme und übertriebener Schonung halten. Die allermeisten Kinder mit Asthma können zum Beispiel ohne weiteres am Schulsport teilnehmen, in schweren Fällen sollte man mit dem Sportlehrer reden.
Auch Erwachsene sollten in vernünftigem Umfang Sport treiben, selbst wenn sie zu Anstrengungsasthma neigen. Besonders günstig ist Schwimmen, weil es die Atemmuskulatur trainiert und die Feuchtigkeit der Luft über der Wasseroberfläche den Lungen gut tut. Ballspiele, Wandern, Dauerlauf, all das ist nicht verboten, solange man sich nicht überbelastet und alles meidet, von dem man weiß, dass es Beschwerden auslöst.
 


 

Zum Thema "Asthma und Bronchitis" ist in der Reihe "Gesundheit in Wort&Bild" ein ausführlicher Ratgeber erschienen. Sie erhalten das Buch bei uns zum Preis von
24,80 DM.




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Kampf dem Schimmelpilz

 

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