Asthma
Das Leben ohne genügend Sauerstoff
Was ist Asthma?
Der Begriff Asthma kommt aus dem Griechischen und bedeutet eine anfallsweise
auftretende Atemnot. Asthma ist eine chronische Erkrankung der Bronchien.
Die Bronchien sind die Luftwege der Lunge, die sich immer weiter verzweigen,
bis sie in den Lungenbläschen münden. Durch die feine Verästelung der
Bronchien und der noch kleineren Bronchialen und die zahllosen
Lungenbläschen erhält die Lunge eine riesige Oberfläche, die für den
Gasaustausch bei der Atmung Voraussetzung ist. Die Bronchien sind mit Zellen
ausgekleidet, die einen schützenden Schleim bilden. Andere Zellen der
Bronchialwand sind mit Flimmerhärchen bestückt, die mit schlagenden
Bewegungen Fremdkörper aus der Lunge befördern.
Beim Asthmakranken ist das Bronchialsystem extrem reizbar. Durch bestimmte
Auslöser geschieht es, dass die Muskulatur der Bronchien sich verkrampft und
die Schleimzellen einen klaren, zähen Schleim produzieren. Die Bronchien
verengen sich, der Widerstand beim Atmen nimmt drastisch zu, es entstehen
charakteristische Atemgeräusche, das Giemen, man spricht vom Asthmaanfall.
Durch den erhöhten Widerstand wird die Atemluft mit großer Kraft eingesogen.
Die erzwungene Einatmung führt zu einer Überblähung der Lungenbläschen.
Durch diese Überblähung ist das Atemholen irgendwann unmöglich.
Das Leitsymptom eines Asthmaanfalles ist eine schwere Atemnot mit
erschwertem Ausatmen. Es kommt zu Hustenanfällen mit Auswurf von zähem
Schleim. Angstgefühle stellen sich ein und können die Symptomatik
verschlimmern.
Abb. 1: Durch die Bronchien atmet der Mensch. Bei einem Asthmaanfall (Bild
unten) verengt sich die Bronchialmuskulatur (2) und die Zellen der
Bronchienwand sondern zähflüssigen Schleim (5) ab.
Die Neigung des Bronchialsystems zu Asthmaanfällen bezeichnet man als
Asthmakrankheit. Für den Asthmaanfall gibt es eine Reihe von Auslösern.
Gesichert ist eine allergische Komponente bei vielen, aber keineswegs allen
Erkrankungen. Die wichtigsten Allergene die Asthma auslösen, sind
Hausstaubmilben, Katzen- und Hundehaare sowie Pollen und Schimmelpilzsporen.
An der Krankheitsentstehung können auch Gene (Vererbung der Eltern) oder
Umwelteinflüsse (Schadstoffe in der Luft, Tabakrauch) beteiligt sein. Ebenso
kann Asthma als Folge einer Nebenhöhlenentzündung entstehen. Diese Form wird
als Infektasthma bezeichnet. Die Verengung der Bronchien kann aber auch
durch eine Überanstrengung ausgelöst werden. Begünstigt wird das
Anstrengungsasthma durch kalte, trockene Luft. Besonders Kinder neigen dazu.
Es besteht die Meinung, daß Asthma psychisch bedingt sein kann. Sicher ist,
daß psychische Faktoren einen Asthmaanfall begünstigen, aber sicher nicht
allein auslösen können.
Eine Sonderform des Asthmas ist das Herzasthma (Asthma cardiale), das bei
unzureichender Pumpleistung des Herzens (Herzschwäche) besonders nachts
auftritt.
Weil ein Asthmaanfall mit Erstickungsangst einhergeht, treibt allein schon
die Art der Beschwerden den Patienten zum Arzt. Der Arzt wird mit einer
Reihe von Fragen klären wollen, welche Auslöser für den Asthmaanfall in
Frage kommen. Hier ist er auf Ihre Mithilfe angewiesen.
Was der Arzt tun kann:
Hat der Arzt bei der Befragung Hinweise auf eine Allergie gefunden, so wird
er diesem Verdacht mit einem Allergietest auf den Grund gehen. Nach der
Suche einer möglichen Ursache versucht der Arzt festzustellen, wie stark die
Lunge schon geschädigt ist und wieviel sie von ihrer Funktion bewahrt hat.
Zu diesem Zweck führt der Arzt einen Lungenfunktionstest durch. Zur
Selbstkontrolle eignet sich das Peak-flow-Meter, das den maximalen Luftstrom
während des Ausatmens mißt. Den Normalwert teilt Ihnen der Arzt bei der
Untersuchung mit. Durch die tägliche Messung kann der Patient die Therapie
kontrollieren. Man kann eine Atemnot im Vorfeld durch ein Absinken des
Peak-flows erkennen und durch eine Inhalation abwenden. Durch den
Peak-flow-Wert und die Häufigkeit der Beschwerden wird die Asthmaerkrankung
in verschiedene Stufen eingeteilt, die verschiedene Behandlung erfordern.
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Für die Therapie des Bronchialasthmas werden sechs Wirkstoffgruppen
eingesetzt. |
| Beta-Mimetika |
Kurz wirksam: z.B. Salbutamol, Fenoterol, Terbutalin |
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Lang wirksam: z.B. Salmeterol, Formoterol |
| Methylxanthine |
z.B. Theophyllin |
| Anticholinergika |
z.B. Ipratropiumbromid, Oxitropiumbromid |
| Corticoide |
z.B. Beclomethason, Fluticason, Budesonid |
| Leukotrien-Antagonisten |
z.B. Montelukast |
| Zellschutztherapeutika |
z.B. Cromoglicinsäure bzw.DNCG (=Dinatriumsalz der
Cromoglicinsäure) |
Zusätzlich zur Dauermedikation brauchen Sie ein kurzwirkendes Mittel zur
Inhalation bei akuten Asthmabeschwerden, ein sogenanntes Beta-Mimetikum.
Dieses Mittel löst den Krampf der Bronchialmuskulatur und wirkt
bronchienerweiternd. Theophyllin wirkt gleichfalls bronchienerweiternd und
zusätzlich entzündungswidrig. Anticholinergika erweitern ebenfalls die
Bronchien allerdings tritt ihre Wirkung später als die der Beta-Mimetika
ein. Corticoide sind Substanzen, die in ihrer Wirkung dem Kortison
vergleichbar sind, sie wirken entzündungshemmend. Leukotrien-Antagonisten
verhindern eine Verkrampfung der Bronchien und wirken auch antientzündlich.
Cromoglicinsäure ist ein Stoff, der in allergische Prozesse eingreift.
Cromoglicinsäure wirkt stabilisierend auf die Mastzellen und wird deshalb
bei allergischem Asthma vorbeugend oder als Zusatzmedikation eingesetzt.

Die richtige Anwendung eines Inhalationssprays will
gelernt sein. Nur so ist im Falle eines Falles sichergestellt, dass Sie ihn richtig bedienen. (Bild: abda) |
Gegen den akuten Anfall wirkt die Anwendung eines Inhalationssprays
Das Inhalationsspray sollten Sie immer bei sich tragen. Bewahren Sie das
Dosieraerosol immer mit aufgesetzter Verschlusskappe auf. Sonst sammelt sich
Staub in der Düse, der bei der nächsten Anwendung in Ihre Lungen geblasen
wird. Vor der Erstanwendung ist das Dosierventil ein- bis zweimal ohne
Inhalation zu betätigen, um es mit Arzneistoff zu füllen.
Weil die Technik der Inhalation nicht ganz einfach ist,
wollen wir diesen
Punkt hier genauer erklären:
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Das Inhalationsspray sollten Sie immer bei sich tragen. |
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Bewahren Sie das
Dosieraerosol immer mit aufgesetzter Verschlusskappe auf. Sonst sammelt sich
Staub in der Düse, der bei der nächsten Anwendung in Ihre Lungen geblasen
wird. |
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Vor der Erstanwendung ist das Dosierventil ein- bis zweimal ohne
Inhalation zu betätigen, um es mit Arzneistoff zu füllen. |
Weil die Technik der Inhalation nicht ganz einfach ist, wollen wir diesen
Punkt hier genauer erklären:
Anwendung von Dosieraerosolen
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Verschlusskappe abnehmen |
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Dosieraerosol zwischen Daumen (Mundstück) und Zeigefinger (Druckbehältnis)
halten |
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vor der
Anwendung das Dosieraerosol kräftig schütteln, um den Wirkstoff im
Treibmittel zu verteilen |
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das
Aerosol so an den Mund setzen, dass das Druckbehältnis nach oben zeigt.
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das
Mundstück mit den Lippen umschließen |
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tief
ausatmen |
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durch
den Mund langsam einatmen und gleichzeitig den Sprühstoß durch Drücken
des Druckbehältnisses auslösen |
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den Atem
ca. 10 Sekunden anhalten, damit der Wirkstoff sich auf der Lunge
niederschlagen kann |
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Dosieraerosol absetzen |
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langsam
und möglichst über die Nase ausatmen |
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werden
zwei Sprühstöße ärztlich verordnet, wird der zweite Sprühstoß
frühestens 30 Sekunden nach dem ersten Sprühstoß verabreicht |
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Verschlusskappe wieder aufsetzen |
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Nach
mehrmaliger Anwendung das Mundstück ohne Druckbehältnis mit warmen
Wasser reinigen und sorgfältig trocknen. |
Abb. 2: Vier Schritte der Aerosol-Anwendung: 1. Verschluss abnehmen; 2.
Schütteln; 3. Gleichzeitig den Sprühstoß auslösen und durch den Mund
einatmen. 4. Nach der Anwendung den Verschluss wieder aufsetzen.
Um dies alles richtig zu machen, kann, besonders in der Belastung einer
Atemnot, eine schwierige Koordinationsübung bedeuten. Wenn Sie also nicht
zurecht kommen, mit dem gleichzeitigen Einatmen und dem Auslösen des
Sprühstoßes, so sollten Sie mit Ihrem Arzt über eine Inhalationshilfe
sprechen. Diese Inhalierhilfen (Spacer) ermöglichen es, das Auslösen des
Aerosols und die Inhalation nacheinander durchzuführen.
Wenn Ihr Asthmaleiden mit kortisonähnlichen Stoffen behandelt wird, dann
sollten Sie in jedem Fall eine Inhalierhilfe bekommen und zusätzlich nach
der Anwendung des Sprays die Zähne putzen, etwas essen oder den Mund
ausspülen, damit das Kortison vollständig aus der Mundhöhle entfernt wird.
Kleine Kortisonreste in der Mundhöhle können das Entstehen einer
Pilzinfektion begünstigen. Vor dem Verschlucken eines Teils der Wirksubstanz
brauchen Sie keine Angst zu haben, weil die heute zur Inhalation verwendeten
kortisonähnlichen Wirkstoffe nicht in den Körper aufgenommen oder im
Verdauungstrakt schnell inaktiviert werden.
Abb. 3: Inhalation mit Spacer
Eine Inhalierhilfe (Spacer) ist ein transparentes Plastikrohr, ca. 30cm lang
und hat an beiden Enden eine Öffnung. Durch die eine Öffnung wird der
Sprühstoß in die Kammer gegeben und durch die andere Öffnung wird der fein
vernebelte Arzneistoff inhaliert. Ein Spacer ermöglicht es die Auslösung des
Sprühstoßes und die Inhalation nacheinander durchzuführen.
Erleichtert wird die Inhalation auch durch einen sogenannten Autohaler.
Dieser besitzt einen Mechanismus, bei dem der Sprühstoß nicht durch Druck
auf den Druckbehälter ausgelöst wird, sondern durch das Einatmen des
Patienten. Dies bedeutet, dass der Sprühstoß automatisch immer im richtigen
Moment, nämlich zu Beginn der Einatmungsphase ausgelöst wird, so dass keine
Koordinationsfehler wie beim Dosieraerosol auftreten.
Ebenso wie bei dem Autohaler wird bei den Pulverinhalatoren die
Arzneistoffdosis durch den Einatmungssog des Patienten verabreicht.
Zu den Pulverinhalatoren gehören z.B. Turbohaler, Easyhaler, Diskus,
Diskhaler oder Spinhaler.
Was Sie selbst tun können
Trainieren Sie Ihre Atemmuskulatur mit speziellen Atemübungen. Bücher über
Asthma enthalten detaillierte Anleitungen, es gibt auch Kurse an der
Volkshochschule zu diesem Thema. Auch Kurse in Yoga und autogenem Training
können für Asthmatiker hilfreich sein.
Nicht nur der Patient, auch seine Umgebung ist von der Krankheit betroffen.
Familienangehörige von Asthmapatienten sollten auf jeden Fall das Rauchen
aufgeben. Die wichtigste Maßnahme beim allergischen Asthma ist das möglichst
konsequente Meiden des auslösenden Allergens. Dieses ist bei der
Tierhaarallergie noch relativ einfach, wird aber bei der
Hausstaubmilbenallergie schon wesentlich schwerer. Patienten die auf
Hausstaubmilben überreagieren, sollten auf alle Staubfänger wie z.B.
Teppiche, Vorhänge etc. verzichten.
Vor allem im Umgang mit asthmakranken Kindern muss man die Balance zwischen
Rücksichtnahme und übertriebener Schonung halten. Die allermeisten Kinder
mit Asthma können zum Beispiel ohne weiteres am Schulsport teilnehmen, in
schweren Fällen sollte man mit dem Sportlehrer reden.
Auch Erwachsene sollten in vernünftigem Umfang Sport treiben, selbst wenn
sie zu Anstrengungsasthma neigen. Besonders günstig ist Schwimmen, weil es
die Atemmuskulatur trainiert und die Feuchtigkeit der Luft über der
Wasseroberfläche den Lungen gut tut. Ballspiele, Wandern, Dauerlauf, all das
ist nicht verboten, solange man sich nicht überbelastet und alles meidet,
von dem man weiß, dass es Beschwerden auslöst.

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