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Freitag, 9. Mai 2008

 
 

 

Verhütungsmethoden

Schutz vor ungewollter Schwangerschaft und Krankheiten
 

Verhütung ist wichtig - nur das Wie ist auch von Bedeutung!

Die Suche nach der idealen Verhütungsmethode ist beinah so alt wie die Menschheit selbst. Sie müsste 100-prozentig zuverlässig, ohne Nebenwirkungen und einfach anzuwenden sein. Bis heute ist die moderne Wissenschaft noch nicht in der Lage, eine Methode zu entwickeln, die allen diesen Anforderungen gerecht wird. Dennoch erweitert sich das Spektrum der zur Verfügung stehenden Methoden ständig, wodurch überwiegend immer noch die Frau die Chance oder auch die Qual der Wahl hat.

Der Pearl-Index gibt die Zahl der ungewollten Schwangerschaften, die auftreten, wenn 100 Frauen ein Jahr lang eine bestimmte Methode anwenden (entspricht 1200 Anwendungsmonaten)

PEARL-Index verschiedener
Schwangerschaftsverhütungsmaßnahmen

„Pille“

0,5 - 1

Minipille

1 - 2

Temperatur-Methode

0,5 - 1,3

Intrauterinpessar (IUP)

1 - 6

Scheidendiaphragma und Creme

4 - 35

Kondome

6 - 28

Spermizide Vaginalcremes (o. ä)

8 - 36

Spermizide Vaginaltabletten

7 - 42

Coitus Interruptus

13 - 38

Scheidenspülung

18 - 36

 

1. Sicher und beliebt: hormonelle Verhütungsmittel

Mehr als fünfzig Prozent der Frauen in Deutschland verhüten mit der Anti-Baby-Pille. Sie ist damit das am häufigstem verwendete Verhütungsmittel. Die meisten der über 60 verschiedenen Pillenpräparate, die es derzeit in Deutschland gibt, enthalten eine Kombination der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen. Die beiden Hormone ergänzen sich in ihrer empfängnisverhütenden Wirkung: Die erhöhte Konzentration an Östrogen im Körper täuscht dem Körper eine Schwangerschaft vor. Dadurch unterbleibt das Signal des Gehirns an die Eierstöcke, ein neues Ei reifen zu lassen, und so wird der Eisprung, die Ovulation, verhindert, weshalb man östrogenhaltige Pillenpräparate auch als Ovulationshemmer bezeichnet.

Die Gestagene tragen zur Bildung eines zähen Schleimtropfs am Muttermund bei, der eine mechanische Barriere für Samenzellen darstellt.

Je nach Zusammensetzung der Hormone unterscheidet man verschiedene Arten von Ovulationshemmern. Am gängigsten ist die sogenannte Einphasenpille, bei der die Frau 21 Tage lang eine festgelegte Kombination von Östrogen und Gestagen einnimmt. Nach 21 Tagen folgt eine siebentägige Einnahmepause, in der es zur Blutung kommt.

Eine andere Form ist die Zweiphasenpille, bei der die Kombination der Hormone dem natürlichen Monatszyklus angepasst ist. In der ersten Phase enthält die Pille zunächst nur Östrogen, in der zweiten Phase zusätzlich auch Gestagen.
Der dritte Typ ist die Dreiphasenpille, die auch als Stufenpille bezeichnet wird. Sie sollen dem natürlichen Wechsel der Hormone im Monatszyklus der Frau am besten angepasst sein.

Dreiphasenpräparate enthalten daher von Anfang an sowohl Östrogen als auch Gestagen, allerdings in drei unterschiedlichen Dosierungen.

Die sogenannte Minipille enthält überhaupt kein Östrogen, sondern nur Gestagen. Damit diese Form der Pille sicher ist, muss sie jeden Tag exakt zur gleichen Zeit eingenommen werden. Die Einnahmezeit darf höchstens drei Stunden überschritten werden, was in der Hektik des Alltags nicht immer gewährleistet werden kann.

 

WICHTIG!
Damit die Pille sicher ist, muss sie regelmäßig eingenommen werden!

 

 

Pannen - was tun?

Die zeitlich korrekte Einnahme der Pille ist wichtig!
Die regelmäßige der Pille Einnahme ist
besonders wichtig! (Bild: uniccom)

Der häufigste Anwendungsfehler ist das Vergessen der Pille. Wie lange Sie die Einnahme nachholen können, hängt vom Präparat ab. Bei Einphasenpillen kann die Pille innerhalb von zwölf Stunden nachgenommen werden, der Empfängnisschutz bleibt bestehen. Bei Zweiphasenpillen liegt der Zeitraum bei sechs Stunden.

Wenn die übliche Einnahmezeit jedoch um mehr als den angegebenen Zeitraum überschritten worden ist, sollten bis zur nächsten Blutung zusätzlich noch andere Verhütungsmittel wie Kondome oder Schaumzäpfchen verwendet werden. Nehmen Sie die Pille aber trotzdem weiter, da es sonst zu unangenehmen Blutungen kommen kann. Wenn Sie zweimal die Einnahme vergessen haben, dann sollten Sie die Pille nicht weiter einnehmen, sondern nach sieben Tagen erneut mit der Pilleneinnahme beginnen.

Ähnliches gilt, wenn Sie innerhalb von 2 Stunden nach Pilleneinnahme erbrechen mussten oder wenn es bis zu 12 Stunden nach der Einnahme zu Durchfall gekommen ist.

Die Pille ist mit gutem Grund verschreibungspflichtig. Denn eine Reihe von Arzneimitteln können die Wirkung der Pille verringern oder sogar aufheben. Dazu gehören unter anderen bestimmte Schlaf- und Beruhigungsmittel, Antibiotika und Mittel gegen Epilepsie.

Die Pille danach ist keine Alternative

Man gibt sie nur dann, wenn eine Frau während der fruchtbaren Zeit ungeschützten Geschlechtsverkehr hatte, so dass die Gefahr einer ungewollten Schwangerschaft besteht. Durch die rechtzeitige Einnahme von 4 Tabletten einer hochdosierten Östrogen-Gestagen-Kombination kann die Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutter verhindert werden. Die ersten 2 Tabletten sollten bis spätestens 48 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Die Versagerate beträgt 1 bis 2 Prozent.


Liegt der ungeschützte Verkehr länger als 48 Stunden zurück, ist die Einlage einer Spirale 4 bis 6 Tage später noch möglich.

 

2. Schwangerschaftsverhütung mit der Temperatur-Methode

Verhütung mit der Temperatur-Methode. Wie sicher ist sie? Bild: ©uniccomBei der Temperaturmethode macht man sich zunutze, dass die Körpertemperatur nach dem Eisprung um etwa ein halbes Grad ansteigt. Vom ersten Tag der Regelblutung bis zum Eisprung liegt die morgendliche Aufwachtemperatur, die auch als Basaltemperatur bezeichnet wird, bei etwa 36,5 Grad .Nach dem Eisprung steigt die Temperatur innerhalb von 48 Stunden um mindestens ein halbes Grad an und bleibt bis zur nächsten Monatsblutung erhöht.

Um den Anstieg der Temperatur sicher herauszufinden, muss man jeden Morgen vor dem Aufstehen die Aufwachtemperatur messen und den Wert in ein Kurvenblatt eintragen. Anhand der einzelnen Messwerte kann man eine Temperaturkurve ermitteln, aus der sich der Eisprung nachträglich ermitteln lässt. Jedoch lässt sich der Eisprung nicht im voraus ermitteln.

Unter Berücksichtigung eines ausreichenden Sicherheitsspielraums ist ein ungeschützter Geschlechtsverkehr drei Tage nach dem Anstieg der Temperatur möglich. Diese Variante ist die streng angewendete Basaltemperaturmethode. Daneben gibt es eine erweiterte Form, die die unfruchtbare Phase am Anfang eines jeden Monatszyklus berücksichtigt. Dazu werden die Temperaturkurven von mindestens zwölf Monaten ausgewertet. Vom frühesten Temperaturanstieg, der in dieser Zeit ermittelt worden ist, werden sechs Tage abgezogen. Der so errechnete Termin gilt als erster Tag, an dem zusätzlich mit anderen Methoden verhütet werden muss. Ihr frühester Temperaturanstieg also auf den 15 Tag des Zyklus fällt, beginnt ab dem neunten Tag die Fruchtbare Phase.
 

Auf folgende Punkte müssen sie bei der Temperatur-Messung achten:

  • Messen Sie immer direkt nach dem Aufwachen

  • verwenden Sie immer dasselbe Thermometer

  • Messe Sie immer nach der gleichen Methode

Zuverlässige Temperaturwerte erhalten Sie auch nur dann, wenn Sie in der Nacht zuvor mindestens sechs Stunden geschlafen haben. Auch Aufregung, Stress oder eine Erkältung können die Aufwachtemperatur beeinflussen. Deshalb sollten Sie solche Ereignisse auf Ihrem Kurvenblatt vermerken.

Damit können Sie - ganz gleich, ob Sie verhüten oder Nachwuchs planen - Ihren Zyklus beobachten und Ihre fruchtbare Phase bestimmen. Auf das Messen können Sie nicht verzichten, aber z. B. beim Cyclotest EASY werden bis zu 99 Messungen vorgemerkt. So können Sie das Messergebnis noch nach über drei Monaten ansehen - mit Zuordnung des richtigen Zyklus- und Kalendertages. Sie haben also jede Zeit der Welt, die digital angezeigten Ergebnisse in ein Kurvenblatt einzutragen.


 

3. Schwangerschaftsverhütung mit der Hormonmessungs-Methode

Persona besteht aus einem Monitor und Einmal-Teststäbchen und bestimmt die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im Monatszyklus der Frau. Die Anwendung ist einfach: Die Frau und/oder Partner kontrollieren jeden Morgen die Anzeige auf dem Monitor-Display. Ein grünes Licht signalisiert, dass ungeschützter Geschlechtsverkehr möglich ist, ohne eine ungewollte Schwangerschaft befürchten zu müssen. An durchschnittlich sechs bis zehn Tagen im Monatszyklus zeigt ein rotes Licht die fruchtbaren Tage an. Das bedeutet, dass die Frau auf Geschlechtsverkehr verzichten muss, um nicht schwanger zu werden.

Wenn Persona weitere Informationen benötigt, schaltet der Monitor auf gelb. Das heißt, dass die Frau einen einfachen Urintest durchführen muss. Dazu hält sie ein Teststäbchen in den Morgenurin und legt es dann zur Auswertung in den Leseschlitz des Handmonitors. Nach fünf Minuten zeigt Persona an, ob es sich um einen roten oder einen grünen Tag handelt. Im ersten Anwendungsmonat benötigt Persona 16 Urintests. Ab den zweiten Zyklusmonat werden nur noch acht Urintest verlangt.

Als einziges Verhütungssystem ist Persona in der Lage, die fruchtbare Phase im Monatszyklus der Frau anhand von Hormonmessungen zu ermitteln. Das System ermittelt die Konzentration zweier Hormone im Morgenurin - das Erstron-3-Glucuronids (E3G) und des luteinisierenden Hormons (LH). Der Anstieg der E3G-Konzentration signalisiert den Beginn der fruchtbaren Phase.

Eine steigende Estradiol-Konzentration bewirkt die Produktion von Zervixschleim. Dieser unterstützt das Überleben des Spermiums sowie den Spermientransport in die Richtung Eizelle. Der Anstieg der LH-Konzentration bestimmt das Ende der fruchtbaren Phase. Persona erkennt diese Hormonveränderung und wertet sie entsprechend aus. Persona hat eine Zuverlässigkeit von 94 Prozent.

In den ersten Monaten der Anwendung muss man mit 12 bis 15 "roten" Tagen rechnen, da sich Persona zunächst mit Ihrem individuellen Monatszyklus vertraut machen muss. Danach sind es normalerweise nur noch 6 bis 10 "rote" Tage. Die Einnahme von Antibiotika, die Tetrazyklin als wirksamen Bestandteil enthalten, kann die Zuverlässigkeit von Persona beeinträchtigen.
 

Persona ist nicht geeignet für Frauen:

  • in der Stillzeit

  • die sich einer Hormonbehandlung unterziehen

  • mit Leber- und Nierenerkrankungen

  • mit Wechseljahrssymptomen

  • mit einer bestimmter Erkrankung der Eierstöcke

 

 

4. Schwangerschaftsverhütung mit der Intrauterinpessar (IUP)

Schwangerschaftsverhütung mit der Intrauterinpessar (Spirale)Eine nichthormonale Methode zur Empfängnisverhütung. Die Spirale: besteht aus Kunststoff und ist mit einem spiralförmigen Kupferdraht umwickelt. Moderne Spiralen haben oft die Form eines "T" oder eines gezahnten Bogens und sind etwa zwei Zentimeter lang. Wie eine solche Spirale wirkt, weiß man nicht genau. Möglicherweise verändert sie die Gebärmutterschleimhaut, so dass sich ein befruchtetes Ei nicht mehr einnisten kann.

Daneben gibt es noch Pessare, die ein Hormondepot enthalten, das sie über einen Zeitraum von etwa einem Jahr freisetzen. Kupferpessare schützen für etwa zwei bis drei Jahre. Nicht jede Frau verträgt das Pessar gut. Nach dem Einsetzen besteht die Möglichkeit von Schmierblutungen oder von Unverträglichkeitsreaktionen.

 

5. Mechanische Methoden: Kondom, Diaphragma und die Portiokappe

Das Kondom funktioniert sehr einfach: Es wird über das versteifte Glied gezogen, so dass die Samenflüssigkeit nicht in die Scheide gelangt, sondern in einer kleinen Kammer an der Spitze des Kondoms aufgefangen wird.

Kondome bestehen aus dem hauchdünnen Gummimaterial Latex. Wichtig ist auch das Haltbarkeitsdatum, da Kondome nach etwa fünf Jahren durchlässig werden. Der wichtigste Vorteil besteht darin, dass Kondome vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen.
 

 

 

Damit das Kondom zuverlässig schützt, müssen Sie folgende Dinge beachten:

  1. Reißen Sie die Schutzhülle vorsichtig auf, damit das Kondom nicht beschädigt wird.

  2. Das Kondom muss rechtzeitig über das versteifte Glied bis zum Gliedansatz gezogen werden. Denn schon vor dem Samenerguss tritt nämlich etwas Samenflüssigkeit aus, die dann zu einer Schwangerschaft führen kann.

  3. Spitze, lange Fingernägel beschädigen das Kondom leicht.

  4. Ziehen Sie nach dem Geschlechtsverkehr das Glied mit dem Kondom aus der Scheide, bevor es erschlafft.

 

DiaphragmaDas Diaphragma besteht aus einer gewölbten Gummischeibe, in deren Rand ein elastischer Gummiring eingelassen ist. Das Diaphragma wird in die Scheide vor den Muttermund geschoben. Um die Sicherheit zu erhöhen, sollte die Innenseite des Diaphragmas immer zusätzlich mit einer samenabtötenden Creme bestrichen werden
Das Diaphragma bietet nur dann einen guten Schutz, wenn es gut passt. Deshalb muss es vom Frauenarzt angemessen werden.

Das Diaphragma wird normalerweise kurz vor dem Geschlechtsverkehr eingelegt. Es kann auch schon bis zu sechs Stunden vorher eingesetzt werden.


 

6. Chemische Verhütungsmethoden

Zu den Chemischen Mitteln zur Verhütung gehören Vaginalcremes, Schaumovula oder beschichtete Scheidenschwämme. Alle diese Mittel überziehen den Muttermund mit einem zähen Schleim, der die Samenzellen unbeweglich macht und sie zudem abtötet.

Alle diese Mittel müssen zehn Minuten vor dem Verkehr tief in die Scheide eingebracht werden.
Als mögliche Nebenwirkungen können Hautreizungen und Juckreiz in der Scheide oder am Glied auftreten.

 

 


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